Reisenotizen von Prof. Dr. myth. Cheiron über die
“Seltenheit und Eigentümlichkeiten von equus maritimos ichthyos”,
von
dessen Spezies im Sommer 1997 eine kleine Population im Krater von Santorini gesichtet wurde.
Der Hippocampus
(lat. equus maritimus ichthyos)
Ein Mythos zwischen Pferd und Fisch.
Der Hippocampus, so der umgangssprachliche Name für equus maritimus ichthyos, kommt in den Wassern rund um die Ägaeis vor. Sein erstes Auftreten wird in die Zeit der hellensichen Götter und
das antike Griechenland datiert. Daher auch sein Name, denn im Griechischen heisst Hippo das “Pferd” und Campus bezeichnet ein Tier, das im Meer lebt, ein “Seetier” - wobei häufig auch die Bezeichnung “Seeungeheuer” verwendet wird.
Beschreibung:
Name: (Der Gemeine) Hippocampus
wissenschaftlicher Name: equus maritimus ichthyos
Vorkommen: Krater v. Santorini/Ägaeis u. Mittelmeerraum
Grösse:
Die Hippocampus-Stuten sind mit ca. 7 Jahrenzu einer Länge von 8-10 Metern ausgewachsen.
Der Hippocampus-Hengst erreicht im Alter von 20 Jahren eine Länge von 15 - 18 Metern, wobei er zwischen dem 11 und dem 15 Lebensjahr eine Wachstumspause einlegt.
Körperbau und -eigenschaften:
Der Gemeine Hippocampus-Hengst hat den Vorderleib eines Pferdes im schweren Barocktyp, gedrungen und
breitknochig, die dominanten Alphatiere besitzen einen ausgeprägten Ramskopf.
Die Stute jedoch ist feinnervig, ein hochblütiger Typ mit dem kräftigen Hals samt klar gezeichneter, harmonischer
Oberlinie, die dem Gemeinen Hippocampus eigen ist.
Quer über den Hals beider Geschlechter befinden sich beidseitig je drei grosse Kiemenöffnungen, die gut ein Drittel der gesamten Halsfläche bedecken.
Mit ihnen kann das Tier falls nötig an die 350.000 Liter Wasser pro Stunde atmen, wobei sie 98% des im Wasser befindlichen Sauerstoffs für sich filtern können. Dadurch können Hippocampi schon im
Fohlenalter Kräfte freisetzen, die Göttern gleichkommen.
Die Vorderläufe sind sehr kräftig mit reichlich Röhrbeinumfang, woraus die Tiere ihre Stabilität unter
Wasser erreichen, indem sie ihre Beine angewinkelt und seitlich ausgestreckt über lange Zeit und bei grosser Geschwindigkeit halten können. Am Widerrist, an der Stelle, an der die Hals- in die
Rückenwirbel übergehen, wird die Mähne (“welsbartartige, Babyfingerdicke, irgendwie selbständige Fühlerhaare”, Prof. Cheiron, 1997) ebenfalls abgelöst durch den Rückenflossenkamm
Sozialverhalten:
Der Gemeine Hippocampus lebt im Sommer in kleinen Familienverbänden im Mittelmeeraum. Der
Verband, den Prof. Cheiron beobachtete, beanspruchte den Krater von Santorini als sein Revier. Insbesondere die Ägaeis dient als Kinderstube, um die Fohlen zu gebären und sich Fettreserven für
die alljährliche Wanderung in den Süden vor Island zuzulegen. Dort im mässig warmen Wasser des Golfstroms sammeln sich die Familientrupps zu riesigen Schwärmen, die von einem einzigen
Alphapaar angeführt werden. Wo sich dieses Paar allerdings während der Sommermonate aufhält ist nicht bekannt. Fakt ist, dass alle Fohlen nur von diesem einen Paar abstammen, denn an
Wintersonnwend laicht die Stute Aberhunderte Eier in seichtes Strandwasser und der Hengst befruchtet sie daraufhin. Anschliessend fächelt die Stute die Eier behutsam mit der Schwanzflosse
ins tiefere Wasser, wo jeweils eine wartende aufnahmebereite Stute ein einziges Ei in eine Bauchfalte aufnimmt und sich wieder der eigenen Familiengruppe anschliesst. In den nächsten Tagen
löst sich der Schwarm auf und die Familien suchen für sich bis zum Frühling nach Nahrung im Golfstrom, bis sie wieder ins Mittelmeer wandern. Im ihrem angestammten Sommerrevier bringen die
Stuten, die im Winter kein Fohlen bei Fuss hatten, an Sommerwend ihren Nachwuchs auf die Welt. Die Fohlen bleiben drei Jahre bei der Mutter und werden bis zur Geschlechtsreife mit dem
Auswachsen geduldet, bevor sie weggejagt werden und eigene Familien gründen müssen.Die Hippocampus-Familien versorgen auch schwache und verletzte Tiere - bis zu deren Ende oder bis
die Geschlechtsreife bei Jungtieren erreicht wird. Im Zweifelsfalle sterben alle Tiere einer Familie bei dem Versuch, ihre Schwächsten durchzubringen.
Futtervorlieben:
Die Gruppe jagt gemeinsam kleinere Fische, die in Schwärmen zusammengetrieben und gefressen
werden. Die auffallendste Merkwürdigkeit ist, dass die Hengste sich ausserdem von Tang, Algen und Seegras ernähren, während die Stuten “richitges” Fleisch fressen und auch vor Delphinen oder
Fischern nicht Halt machen. Das mag (natürlich nur unter anderem) ein Grund sein, weshalb Meergott Poseidon vor seinem Wagen zwei Hippocampus-Hengste gespannt hat ;-)
Rassen und Unterarten:
- Der Schwarz-Weisse Hippocampus, der wegen seiner charakteristischen Scheckung oft mit dem Schwertwal (lat.: Orcinus orca) verwechselt wird.
- Der Schwanenhals-Hippocampus, der wahrscheinlich bereits ausgestorben ist. Die letzte Stute wurde 1933 in Schottland (!) gesichtet. Diese im Vergleich zu den anderen Arten fast schon
zutrauliche Art zeigte immer wieder Interesse an Menschen und besonders deren Booten, was wohl an der Ähnlichkeit mit ihrer Hauptnahrung - den Schildkröten - liegen mag. Ein Boot sieht von unten
aus wie eine tote/kranke Schildkröte, von deren Panzerschild der Schwanenhals-Hippocampus ein ganzes Jahr lang zehren konnte.
Was die Menschen und Nicht-Fabelwesen über den Gemeinen Hippocampus zu wissen (glauben):
Der Hippocampus ist ein Vorne-Pferd-hinten-Fisch-Fabeltier, das vor den Wagen des Meeresgottes
Poseidon gespannt wurde. Er ist das Unterwasser-Äquivalent zum Pferd und wird auch genauso gehalten und behandelt, nämlich als Zug- und Reittier der Meermenschen. Es werden verschiedene
Erschienungsformen beschrieben, etwa mit Flossenkamm statt Mähne oder Flügeln, mit Fischschwanz oder Delphinfluke, mit normalen Pferdehufen, Paddelhufen oder Klauen mit
Schwimmhäuten zwischen den Zehen. Und je nach Kulturkreis (oder Blutalkohol des Seemannsgarnspinnenden Matrosen in der Hafenkneipe) reichen die Charakterbeschreibungen von
lammfromm und streichelbar bis wutschäumend, wild und nur noch zum Harpunieren tauglich.
Wie gesagt, man ist sich einig, dass der Hippocampus das königliche Haus- und Hoffischross von
Neptun/Poseidon ist, dessen unberechenbare (See-)Launen offenbar teilt und aus den beiden wie auch immer zusammengwürfelten Komponenten Pferd und Fisch (ok, oder Delphin...!) besteht.
Oder ein Seepferdchen ist: ACHTUNG!: equus maritimus ichthyos ist namentlich leicht zu
verwechseln mitdem im Volksmund “Seepferdchen” genannten Fisch, welcher mit wissenschaftlichem Namen hippocampus heisst. Ein hübsches Seepferdchen wird z.B. unter folgendem Link beschrieben, das nach seinem Entdecker Hippocampus whitei benannt ist.