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- Verschiedene Zwecke: Wirkung und/oder Spiritualität, Religiosität - warum wendet eine Hexe überhaupt Zaubersprüche und
Rituale an?
- Über die Art und den Ablauf: Kreiere individuell angepasste Wortlaute und gib Deinem Ritual die ganz persönliche Note!
- Welche Sorten von ZaubersprĂĽchen gibt und wann wende ich sie ĂĽberhaupt an?
- Verhext und zugenäht!! Magische Unfälle - Wie passe ich auf mich auf und handle selbstverantwortlich?
- Der Fluch mit dem Fluch - Wie funktioniert das? Was kann hex dafĂĽr/dagegen tun? Mit einem Artikel von Vicky
Letzten Fasching ging ich am Studentenkindergarten vorbei und bekam ein kleine Szene zwischen drei Kindern mit, die sich draussen im Garten die Füsse vertraten (drinnen tobte gerade die Marathon-Polonaise): Ein Junge flitzte hinter zwei Mädchen her und schwang seinen überdimensionalen Zauberstab, während er einerseits versuchte, seinen schwarzen Schlapphut festzuhalten und gleichzeitig lauthals etwas brüllte wie: “Abracadabra, ich bin der Meisterhexer und befehle Euch, dass Ihr Mäuse werdet!” Nach diversen Simsalabims und etlichen dreimaligen schwarzen Katern hoppelten dann die beiden Mädels gefolgt von dem Meisterhexer tatsächlich auf allen Vieren wieder nach drinnen. Da ich am nächsten Tag in der Zeitung nichts von einer Mäuseplage las, nehme ich mal an, dass er die beiden Verwandlungsobjekte dann doch begnadigt hat :-)
Ich finde, dieses Beispiel zeigt ziemlich deutlich, womit Hexen und allgemein magisch arbeitende Menschen im Bewusstsein der Leute verbunden werden:
Neben bestimmten Attributen und Erkennungsmerkmalen (Mama/Papa hatte dem Jungen ein tolles Kostüm gemacht, und der Zauberstab erst...!) ist auch das, was die Person TUT ausschlaggebend für den Status “Hexe”.
Und was macht eine Hexe im Volksmund? Blöde Frage - tschuldigung, bin gerade voll in Fahrt *g* - sie sagt Zaubersprüche und verhext Leute und Sachen.
In diesem Kapitel möchte ich sammeln, was zu den Rubriken “Zaubersprüche” bzw. “Rituale” gehören könnte.
Über die Intension, also ob der Junge in dem Beispiel jetzt ein schwarz- oder weissmagisch orientierter Vertreter seiner Zunft wäre, darüber gibt es einiges bei Hrydja zu lesen. Hier soll es darum gehen, ob z.B. die Worte ausschlaggebend sind für die Wirksamkeit eines Zaubers. Oder - interessiert mich total brennend - wann sagt man, wirkt ein Zauber? Wo könnte man sagen: “Wunschdenken oder echte Magie am Wirken”? Was muss ein Zauberspruch alles beinhalten, damit er einer ist? Sind Reime notwendig oder muss man gar nicht laut sprechen? Muss man vorher sagen, dass man einen Zauber wirkt oder “gilt” auch die nachträgliche Erkenntnis?
Naja, und wie ist das mit der Rahmenhandlung, in die der Zauber eingebettet wird? Das Ritual - soll es nur dem Zweck dienen, eine Wirkung zu erzielen? Oder nur der Zwiesprache mit “Oben”? Was ist alles zu beachten?
Persönlich bin ich nicht sehr gut im Abhalten von Ritualen nach festen Vorgaben. Ich weiss nicht, aber entweder mache ich irgendetwas verkehrt oder ich habe eben nicht die Vorgaben gefunden, die zu mir passen. Nichtsdestotrotz bin ich der Meinung, dass auch meine Einfälle ihren Zweck erfüllen. Egal ob Meditation, Zaubern, Feste feiern - Hauptsache, es kommt von Herzen, finde ich. Stures Ablesen irgendwelcher Formeln und Runterleiern von Ritualanleitungen aus diversen Zauberbüchern oder hirnloses Befolgen von Anweisungen aus e-Mail-Kontakten/Seminaren ist meiner Meinung nach NIE effektiv.
Dabei gehe ich allerdings von meinem eigenen Empfinden aus: Ich selbst käme mir als göttlicher Adressat eines Rituals/Zaubers veralbert vor, wenn jemand mit mir reden würde und monoton einen immer wiederholten Text abspult. Ich hätte grosse Probleme damit, echt zu wissen, dass diese Person sich ernsthaft und vor allem interessiert mit mir unterhalten will. Daher denke ich, dass es z.B. den Höheren Mächten ebenso gehen dürfte, wenn mehr Wert auf das “Protokoll” als auf die interindividuelle (inter = zwischen; Individuum = die einzelne Person) Beziehung gelegt wird. Und andererseits könnte ich mir ebenso vorstellen, dass es für wirklich seriöse Lehrer sehr frustrierend sein dürfte, wenn der Hexen-Azubi so gar keine Eigeninitiative zeigen will...
Oft drehen sich Gespräche zwischen Hexen um ein ziemlich spektakuläres Thema: Der Fluch. Ausgesprochen von einer Person
ĂĽber eine andere, die sich nicht dagegen wehren kann. Es finden sich zig z.B. Threads in Internetforen, in denen Menschen um Hilfe
fragen, weil sie glauben oder wissen, dass sie verflucht wurden. Zwischen den Zeilen gelesen, stehen in vielen Aussagen von Intensionen (Inhalte) wie:
“Ich bin ja soo wichtig, mich bekämpfen meine Gegner mit Tod&Teufel!” oder “Ich hatte bisher ein solch ödes Leben, wie schön, dass
ich mich jetzt in eine paranoide Wahnvorstellung reinsteigern kann.” Allerdings gibt es auch solche Leute, die sich ziemlich vernünftig
anhören und die nüchtern, ganz ohne dramatische Verzierungen erzählen, weshalb sie der Meinung sind, dass sie es mit einem
Fluch zu tun hätten. Zusätzlich gibt es da noch die zahlreichen alten Aufzeichnungen aus früheren Jahrhunderten, in denen ganz
genau steht, wie ein Fluch aussieht und wie man sich davor schĂĽtzen kann. Da ich nun der Typ bin, der sich ehrlich gesagt nicht
traut, ganze Epochen der Menschheit für bekloppt und abergläubisch zu erklären, bleibt für mich nur der Schluss, dass doch etwas
Wahres dran sein muss. Klar, aus heutiger Sicht habe ich wohl einen anderen Zugang zu dieser Thematik als die Menschen frĂĽherer
Zeiten (oder auch moderne Kulturen wie die Praktiken der kreolischen Zauberer in New Orleans). Ich könnte z.B. nie tote Tiere als
Gegenmassnahme quasi zum “entfluchen” verwenden, aber ich schätze mal, jeder hat so seine eigene Psychologie, nicht? ;-)
Demnächst:
Mehr Hintergründe über Psychologie, Flucharten und den klassischen “Opfertyp”, der verflucht leicht zu verfluchen ist ;-) Und wie hex die entsprechende Prophylaxe betreiben kann, ohne sich im Psychonetz zu verstricken.
Im Anschluss stellt Vicky nun ihre Ansichten dar - viel Spass beim Lesen:
Ist Dir sowas schon mal passiert? Du kommst nach Hause, wirfst den Computer an, holst Deine Emails und machst ahnungslos die erste auf. Vor Deinen erstaunten Augen entrollt sich die Tirade einer Mitschülerin, die scheinbar irgendwelche – und zwar schwerwiegende – Einwände gegen Deine neuen Klamotten, Deinen neuen Freund oder das, was Du angeblich vorgestern gesagt hast, anzubringen hat. Nachdem Du in aller Deutlichkeit erfahren hast, wen Du was kannst und was Du in Zukunft nicht mehr tun solltest, findest Du den hübschen, kleinen Satz: ”Dir wird das Lachen bald vergehen, denn ich habe Dich verflucht.” Du schüttelst den Kopf, löschst die Nachricht und gehst ohne Zögern zur nächsten über. Doch nachdem Du diese zur Hälfte gelesen hast, schweifen Deine Gedanken wieder ab. Ob es das vielleicht doch gibt? Ob so etwas am Ende doch geht? Und wenn ja – was kannst oder solltest Du dann dagegen tun?
Es gibt zwei Arten von Verfluchungen. Die eine macht etwa 99,9% aller im Umlauf befindlichen Flüche aus (und das auch in sogenannten primitiven, also magischen Kulturen) und kann von jedem durchgeführt werden, weil es dazu keiner besonderen Fähigkeiten bedarf. Die Arbeit wird nämlich nicht von dem gemacht, der den Fluch wirft, sondern von seinem Opfer, und darin, uns selbst ins Unglück zu stürzen, sind wir dummerweise fast alle ziemlich gut. Dabei muß der Verfluchte wissen, daß er verflucht worden ist. Dies wird entweder erreicht, indem man es ihm mittels einer dunklen Drohung oder auch einer sachlichen Ansage mitteilt oder indem man ein seltsames Bündel (wahlweise aus Federn, Knöchelchen, kleinen Püppchen mit oder ohne Nadeln, Kerzenresten oder sonstwas bestehend) so plaziert, daß es zwar versteckt wirkt, aber vom Opfer dennoch über kurz oder lang gefunden wird. Der Rest funktioniert mittels selbsterfüllender Prophezeihung. Das Opfer glaubt an die Macht des Verfluchenden, und da es sein Weltbild nicht ändern will oder sich sowieso bereits fremden Mächten ausgeliefert fühlt, produziert es unbewußt einen Unglücksfall nach dem anderen. Kleine Pechfälle oder Mißgeschicke, die sich sonst auch ereignet hätten, werden sofort als Ergebnis des Fluchs betrachtet, was das Opfer noch unsicherer macht, wodurch ihm wiederum noch mehr schiefgeht, was wiederum seine Überzeugung bestätigt, hier sei ein Fluch am Wirken – dabei handelt es sich in Wirklichkeit nur um einen Teufelskreis an Dusseligkeit. Tatsächlich übt also nicht der Verfluchende, sondern das Opfer selbst einen negativen Einfluß auf sich aus. Wer a) diese Zusammenhänge begriffen hat und b) ein wenig am eigenen Selbstwert und an der Bereitschaft, die Verantwortung für die Geschehnisse im eigenen Leben selbst zu übernehmen, gearbeitet hat, ist deshalb nicht mehr verfluchbar. Fazit: Wenn Du der hysterischen Dame aus der Email morgen begegnest, lächle sie liebevoll an und denke Dir: ”Du magst vielleicht eine Hexe sein, aber ich bin nicht verfluchbar, weil ich Bescheid weiß. Geh kleine Kinder erschrecken.”
Dann gibt es noch eine zweite Art des Fluchs, bei welcher der Verfluchende in der Tat die Fähigkeit besitzt, das energetische Umfeld des Opfers so zu verändern, daß dieses von einem Misthaufen in den nächsten stolpert. Solche Menschen sind sehr, sehr selten, und alle, die mir bisher begegnet sind, nutzen diese Fähigkeit nicht zum Herstellen von Misthaufen, sondern dazu, die Menschen in ihrer Umgebung bei ihrer Heilung und in ihrem Wachstum zu unterstützen – was einfach daran liegt, daß es einer recht umfassenden psychischen sowie spirituellen Entwicklung bedarf, um diese Fähigkeit zu erlangen, und die ist bei Miss ”Ich-will-deinen-Freund-und-verfluche-dich-deshalb-jetzt” wohl kaum vorhanden. Ich will nicht ausschließen, daß auch eine solche Person unter Umständen in die Fänge z.B. einer psychischen Erkrankung gelangen und mit dem Verfluchen beginnen kann, aber wenn die Chance auch besteht, so ist sie doch sehr, sehr gering. Und auch in einem solchen Fall gibt es Möglichkeiten, den Fluch aufzuheben. Es gibt zwar in Hexenkreisen den Satz, ein Fluch könne nur von dem zurückgenommen werden, der ihn ausgesprochen hat, aber das stimmt nicht. Jeder kann sich und seine energetische Umwelt reinigen, einen Schutzmantel um sich legen oder auch eine Wesenheit zu seinem Schutz und als Wächter rufen. Und das wirksamste Ritual zur Aufhebung eines Fluchs ist – natürlich ein ordentlicher Glückszauber!
Vicky Gabriel
Wie denkt Ihr darüber? Ich finde, gerade hier bei diesem Thema ist es besonders wichtig, verschiedene Ansichten nebeneinander zu stellen, denn ich gebe zu, dass ich selbst vielleicht auch etwas voreingenommen bin, da ich diesbzgl. mal ziemlich schlechte Erfahrungen mit sog. “Erfahrenen” in der Hexenkunst gemacht habe. Deshalb sind viele andere Meinungen sehr wichtig, damit hier kein verzerrtes Bild entsteht!! Bitte helft mit! :-)
Alles Liebe und Blessed Be,
:-) 


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